Matratzen vergleichen: Was ist die beste Matratze für mich?

Matratzen gibt es in vielen Sorten und Größen. Jeder Matratzentyp zeichnet sich durch eine Reihe von Eigenschaften aus. In diesem Artikel stellen wir die 7 häufigsten Matratzen mit ihren wichtigsten Eigenschaften, Vorteilen und Nachteilen vor, damit Sie eine bessere Wahl treffen können.

Inhalt:

  1. Gedächtnisschaum-Matratze
  2. Kaltschaum-Matratze
  3. Latex-Matratze
  4. Taschenfederkern-Matratze
  5. Matratze mit Taillenfederung
  6. Polyether-Matratzen
  7. Wassermatratze

1. Gedächtnisschaum-Matratze (Memory Foam, Tempur, Nasa)

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Eigenschaften:
Gedächtnisschaum-Matratzen bestehen aus viskoelastischem Schaumstoff, der sich Ihrem Körper anhand der Wärme und des Gewichts anpasst. Wenn das Material durch die Körpertemperatur erwärmt wird, wird es weich und passt sich unter dem Druck Ihres Körpergewichts Ihren Konturen an. Das Anpassungsvermögen von Gedächtnisschaum sorgt dafür, dass Körperteile, die etwas tiefer einsinken müssen, dies auch können, zugleich jedoch gut unterstützt werden.

Gedächtnisschaum wurde ursprünglich von der NASA zum Auffangen von G-Kräften entwickelt (daher die Bezeichnung NASA-Matratze). Später wurde es u. a. von Tempur für Matratzen verwendet und häufig in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt, um Durchliegen bei Patienten zu verhindern.

Die Qualität einer Gedächtnisschaum-Matratze hängt größtenteils von der Dichte der Matratze ab, die in HR-Werten angegeben wird. Bei Gedächtnisschaum gilt im Allgemeinen: je höher der HR-Wert, desto besser die Qualität. Dies schlägt sich allerdings auch im Preis nieder.

Vorteile:

  • Gute Konformität und Komfort
  • Druckverringernde Wirkung
  • Gute Feuchtigkeitsregulierung
  • Anti-allergisch

Nachteile:

  • Sehr weiche Matratze (nicht für jeden geeignet)
  • Häufig mäßiges Ventilationsvermögen
  • Sehr schwere Matratzen
  • Große Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Herstellern

Lebensdauer: Lang 10 – 15 Jahre

Schlussfolgerung:
Eine hochwertige Gedächtnisschaum-Matratze bietet gute Unterstützung und kann eine Lösung für Menschen sein, die Probleme mit Druckstellen haben. Eine Gedächtnisschaum-Matratze ist allerdings nicht für jeden geeignet, da es immer eine weiche Matratze ist. Außerdem gibt es bei Gedächtnisschaum große Qualitätsunterschiede. Das nötige Fachwissen und Investitionsbereitschaft sind wichtige Vorraussetzungen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

 

2. Kaltschaum-Matratzen (HR-Schaum)

Eigenschaften:
Kaltschaum, auch HR-Schaum genannt, ist sehr elastisch. Die Matratzen werden aus Polyurethanschaum, der eine offene Zellstruktur hat, hergestellt. Polyurethan hat hierdurch von Natur aus gut ventilierende und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Kaltschaum ist außerdem anti-allergen.

Die Dichte des Schaums wird in HR-Werten (High Resilience) angegeben, daher auch die Bezeichnung HR-Schaum. HR ist eine Angabe für das Gewicht und wird auch als RG (Raumgewicht) bezeichnet. Matratzen können einen Wert variierend von HR 40 bis HR 65 haben, was das Gewicht in kg pro m3 angibt. Ein niedriger HR-Wert steht im Allgemeinen für weniger Spannkraft.

Wichtiger für die Qualität ist das Polyol-Verhältnis. Dies ist, was dem Schaumstoff sein Elastizitätsvermögen gibt. Hierdurch ergeben sich auch die großen Preisunterschiede. Billige Kaltschaum-Matratzen enthalten weniger Polyol, was der Qualität nicht zugute kommt.

Die beträchtlichen Qualitäts- und Preisunterschiede können die Wahl einer guten Matratze erschweren. In der Regel ist der Preis ein guter Indikator für Qualität. 

Vorteile:

  • Gute Konformität und Spannkraft
  • Gute Ventilation
  • Gute Feuchtigkeitsregulierung
  • Langlebig

Nachteile

  • Große Qualitätsunterschiede
  • Teuer in der Anschaffung
  • Kaltschaum ist kühl (überraschend) und nicht für Menschen, die schnell frieren, geeignet.

Lebensdauer: Lang 12 – 15 Jahre

Schlussfolgerung:
Eine hochwertige Kaltschaum-Matratze gehört zu den besseren Matratzen, die auf dem Markt erhältlich sind. Kaltschaum-Matratzen werden auch häufig in Krankenhäusern eingesetzt. Es erfordert allerdings das nötige Wissen über die Materialien, um zu bestimmen, was tatsächlich eine gute Matratze ist. Bei Kaltschaum-Matratzen gibt es große Qualitäts- und Preisunterschiede. Teurer ist häufig besser, doch hierdurch ist eine gute Kaltschaum-Matratze auch nicht für jeden Geldbeutel geeignet.

 

3. Latex-Matratzen

Eigenschaften:
Eine Latex-Matratze hat einen Kern aus Latex, das aus Naturkautschuk und/oder einer synthetischen Kautschukmischung hergestellt wird. Kautschuk hat eine hervorragende Spannkraft und Elastizität, was dafür sorgt, dass eine Latex-Matratze sich ziemlich gut an die Körperform anpasst und ausreichend Unterstützung bietet.

Kautschuk nimmt allerdings von Natur aus keine Feuchtigkeit auf, und es hängt von der Struktur der Matratze ab, wie gut die Ventilation ist. Teurere Talalay-Latex-Matratzen verfügen über eine offene Zellstruktur, die für mehr Komfort, bessere Ventilation und bessere Regulierung von Wärme und Feuchtigkeit sorgt.

Latex-Matratzen variieren von sehr weich bis sehr hart, je nach Struktur. Latex hat von Natur aus eine antibakterielle und schimmelabwehrende Wirkung. Hierdurch sind die Matratzen hygienisch und hervorragend für den Gebrauch zum Beispiel in Wohnwagen und Wohnmobilen geeignet, wo mitunter eine hohe Feuchtigkeit vorhanden ist.

Vorteile:

  • Gute Konformität
  • Von Natur aus sehr elastisch
  • Gleichmäßige Druckverteilung
  • Antibakteriell und schimmelabwehrend

Nachteile:

  • Sehr warme Matratzen
  • Häufig schlechte Feuchtigkeitsregulierung
  • Schlechte Ventilation (abhängig von der Struktur)
  • Produktion ist kostspielig und nicht nachhaltig

Lebensdauer: Durchschnittlich 7 – 10 Jahre

Schlussfolgerung:
Latex-Matratzen bieten eine gute Spannkraft und ziemlich hohe Konformität. Mit Ausnahme der teureren Talalay-Latex-Matratzen sind die regulierenden Eigenschaften und die Lebensdauer nicht sehr gut. Latex-Matratzen werden immer häufiger durch bessere Alternativen ersetzt.

 

4. Taschenfederkern-Matratzen

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Eigenschaften:
Taschenfederkern-Matratzen verfügen über mit Textil umhüllte Metall-Sprungfedern, die jeweils ein eigenes Kompartiment bilden. Die Federn können vom Hersteller mit unterschiedlicher Widerstandskraft und Dichte versehen werden, wodurch das Maß an Konformität und Unterstützung für jeden Abschnitt bestimmt werden kann. Man spricht hier auch von Komfortzonen. Taschenfederkern-Matratzen verfügen über drei, fünf oder sieben Komfortzonen und werden in verschiedenen Härtegraden hergestellt.

Die Qualität und Langlebigkeit einer Taschenfederkernmatratze hängt größtenteils von der Anzahl Federn pro m2 ab. Dies kann von 150 bis zu 500 Federn pro m2 variieren.

Die Taschenfedern sind von einer oder mehreren Schaumstoffschichten umschlossen. Häufig befindet sich vor allem auf der Oberseite eine dickere Schaumstoffschicht. Hierdurch kann die Matratze nur auf einer Seite benutzt werden.

Außerdem ist die Matratze rundum von einem Schaumstoffrahmen umgeben, der die Federn an ihrem Platz und die Matratze in Form hält, wodurch schnell ein Verlust von 10 bis 15 cm an Schlaffläche pro Seite entsteht.

Vorteile:

  • Gute Ventilation
  • Gute Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung
  • Feste Matratzen mit langer Lebensdauer

Nachteile:

  • Die Einteilung in Komfortzonen muss gut zu Ihrem Körper passen
  • Anfällig für Staub, Bakterien und Schimmel in den Taschen
  • Raumverlust durch einen deutlich spürbaren Rahmen rundum
  • Die Metallfedern in Textil können zu statischer Elektrizität führen.

Lebensdauer: Lang 8 – 15 Jahre

Schlussfolgerung: 
Eine Taschenfederkern-Matratze kann für Menschen, die schnell schwitzen, eine angenehme Matratze sein. Dieser Matratzentyp hat eine gute Ventilation und ist sehr kühl, doch deshalb auch gerade nicht für Menschen, die schnell frieren, geeignet. Die Entscheidung für eine Taschenfederkern-Matratze ist sehr persönlich. Wenn die Komfortzonen gut zu Ihrem Körperbau passen und Sie kein Problem mit dem die Matratze umrahmenden Schaumstoffrand oder Allergien haben, kann eine Taschenfederkern-Matratze vielleicht das Richtige für Sie sein.

 

5. Matratze mit Taillenfederung (Bonell)

Eigenschaften:

Matratzen mit Taillenfederung verfügen genau wie Taschenfederkern-Matratzen über Metallfedern, doch bei einer Matratze mit Taillenfederung sind die Federn an der Unter- und Oberseite über ein Netz von Spiralfedern miteinander verbunden. Hierdurch hört man es häufig leicht quietschen, wenn man darauf liegt.

Dadurch, dass die Federn überall dieselbe Spannkraft haben und miteinander verbunden sind, bietet die Matratze in der Regel wenig Unterstützung und bewegt sich stark nach, wenn der Schläfer sich umdreht.

Die Federn werden meist mit einer Oberschicht aus Polyetherschaum oder Kaltschaum abgedeckt. Der Komfort der Matratze hängt in hohem Maße von der Dicke der Oberschicht in Kombination mit der Anzahl Federn pro m2 und Härte der Federn ab.

Taillenfederung ist der Vorgänger der Taschenkernfederung und ist weltweit noch immer die am häufigsten gebrauchte Matratze. Matratzen mit Taillenfederung werden aufgrund ihrer Robustheit und Langlebigkeit häufig in Hotels eingesetzt. Heutzutage werden diese Matratzen immer seltener verkauft, die Technik wird jedoch für Boxspring-Untergestelle eingesetzt.

Vorteile:

  • Gute Feuchtigkeitsregulierung
  • Gute Wärmeregulierung
  • Sehr lange Lebensdauer
  • Ziemlich preiswert

Nachteile:

  • Wenig Unterstützung
  • Keine Komfortzonen
  • Nicht für verstellbare Lattenroste geeignet

Lebensdauer: Lang 8 – 12 Jahre

Schlussfolgerung:
Matratzen mit Taillenfederung werden hauptsächlich aufgrund der Lebensdauer und des Preises verkauft, gehören jedoch hinsichtlich ihres Komforts und der Unterstützung zu den schlechtesten Matratzen. Die meisten Menschen, die auf einer Matratze mit Taillenfederung schlafen, steigen auf eine Taschenfederkernmatratze oder eine andere Matratze mit besserer Unterstützung um.

 

6. Polyether-Matratzen (PE-Schaum)

Eigenschaften:

Polyether-Matratzen sind die billigsten Matratzen. Dies sind altmodische Schaumgummi-Matratzen aus einem Stück mit wenig Spannkraft, schlechter Ventilation und schlechten regulierenden Eigenschaften. Polyether-Schaum wird auch häufig in der Möbelindustrie eingesetzt.

Polyether-Matratzen bilden auch ziemlich schnell Kuhlen. Das Gewicht drückt mit der Zeit die Luftblasen und Struktur der Matratze ein, die nicht mehr zurückfedert.

Polyether-Matratzen sind häufig nur 12 – 20 cm dick, was um so mehr zu dem eingeschränkten Unterstützungsvermögen und eingeschränkter Konformität beiträgt. Eine 12 cm dicke Matratze bietet schlichtweg zu wenig Raum, um sich gut anzupassen.

Vorteile:

  • Billig

Nachteile:

  • Wenig Spannkraft und Unterstützung
  • Schlechte Feuchtigkeitsregulierung
  • Schlechte Ventilation
  • Schnelle Kuhlenbildung

Lebensdauer: Kurz 3 – 5 Jahre

Schlussfolgerung:
Eine billige Polyether-Matratze können wir eigentlich nicht empfehlen. Konformität, Komfort und Ventilationsvermögen lassen zu wünschen übrig. Es gibt allerdings auch ein paar teurere Varianten auf dem Markt, die in der Regel etwas besser verarbeitet sind und über eine Oberschicht verfügen, was dem Komfort zugute kommt.

 

7. Wassermatratze

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Eigenschaften:

Wasserbetten haben den großen Vorteil, dass sie sehr gut einstellbar sind. Härte, Stabilisierung (Schwingung) und Temperatur sind einstellbar. Außerdem ist eine Wassermatratze sehr hygienisch, denn Staub, Schweiß und Bakterien können nicht in den Wassersack des Vinyls eindringen.

Wasserbetten haben aufgrund der älteren, unstabilisierten Modelle, die eine sehr starke Schwingung hatten und schnell leckten, einen schlechten Ruf. Die heutigen Wassermatratzen bestehen aus sehr starkem Mesamoll 2 Vinyl und sind mit Fibermatten mit bis zu 120 % Stabilisierung ausgestattet, was dazu führt, dass sie kaum bis keine Schwingung mehr haben.

Unterstützung und Komfort einer Wassermatratze sind sehr gut. Die Matratze passt sich dem Körper vollständig an und sorgt dafür, dass keine Druckpunkte entstehen. Die Härte hängt von der Wassermenge in der Matratze ab. So können Sie auch die Schlafhaltung beeinflussen und wenn nötig anpassen. Moderne Wassermatratzen können mit einer Lendenstütze ausgestattet werden, die für  zusätzlichen Gegendruck rund um die Hüften sorgt.

Die einstellbare Temperatur sorgt dafür, dass das Bett stets die richtige Temperatur hat und kann die Muskeln geschmeidiger machen und Beschwerden beim Aufstehen verringern. Die wärmeregulierenden Eigenschaften von anderen Matratzen treffen deshalb nicht auf Wassermatratzen zu.

Heutige Wassermatratzen sind in Mono- und Duosystemen erhältlich. Das bedeutet, dass für jede Seite ein eigener Stabilisierungsgrad (ausschlaggebend für das Maß an Schwingung) und eine eigene Temperatur gewählt werden kann.

Wasserbetten haben an Beliebtheit eingebüßt, weil Matratzen von schlechter Qualität dazu führten, dass viele Menschen wieder auf andere Matratzentypen zurückgewechselt sind. Außerdem verursacht ein Wasserbett auch stets Stromkosten und benötigt Pflege. Auch das Umziehen mit einem Wasserbett ist mit mehr Aufwand verbunden.

Vorteile:

  • Gute Unterstützung und Konformität
  • Druckreduzierende Wirkung
  • Einstellbare Härte und Temperatur
  • Sehr hygienisch

Nachteile:

  • Stromkosten Heizung
  • Alle 6 Monate Pflege notwendig
  • Ein Leck kann vorkommen
  • Kann nicht auf einen Standardlattenrost gelegt werden

Lebensdauer: Lang 10 – 15 Jahre

Schlussfolgerung:
Der Vergleich einer Wassermatratze mit anderen Matratzen erfordert eine andere Herangehensweise. So ist es nicht die Materialwahl, die den Komfort bestimmt, sondern es sind die gewählten Einstellungen. Die Qualität der Materialien und die verfügbaren Optionen haben sich in den letzten Jahren stark verbessert, was ein Wasserbett wieder zu einer seriösen Option für die Matratzenwahl macht.

 

Die beste Matratze wählen

Hoffentlich haben Sie nach dem Lesen dieses Artikels einen besseren Einblick in die Unterschiede zwischen den bekanntesten Matratzen bekommen. Was für Sie die beste Matratze ist, ist eine sehr persönliche Frage, die von Anforderungen z. B. im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden und natürlich Ihrem verfügbaren Budget abhängt.

Haben Sie Fragen über Matratzen, oder haben Sie eine Nacht schlecht geschlafen? Unsere erfahrenen Schlafexperten verfügen über umfangreiche Erfahrung mit allen Arten von Matratzen und Wasserbetten.

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